Jörg Kinner, Pressetext zur Ausstellung DYADE, Kunstfoyer Oldenburg

Burchhard Garlichs sucht in seiner Kunst nach einer auf das Wesentliche reduzierten Grundlage. Seine Werke erscheinen meist im Stil der Abstraktion. Neben einfachen geometrischen Formen entstehen manche Arbeiten auch mit Hilfe von Apparaturen als automatische Zeichnung oder mit Schreibmaschinen. Die prozesshafte Entstehung lässt dabei Raum für Unperfektes und Zufälliges. Aus einem großen Repertoire an Skizzen entwickelt der aus Oldenburg stammende Künstler seine raumgreifenden Werke meist speziell für ein Ausstellungsprojekt. Für das Kunstfoyer am Langenweg gestaltet der Künstler mit farbigen Folien die verglasten Korridore neu. die dreieckigen Formen stellen einen Bezug zur Architektur des Gebäudes her, das farbig schimmernde Licht wird zum künstlerischen Material und verändert unsere Wahrnehmung der vertrauten Räume.
Burchhard Garlichs Kunst ist ganz konkret. Bildmittel wie Linie, Farbe, Fläche, aber auch Volumen und Raum sind zentrale Gegenstände seiner Werke. In einer Serie von Arbeiten nutzt er gefundene, gebrauchte Maurerkellen als Druckplatten für Radierungen. Dank der Gebrauchsspuren muss der Meisterschüler von Daniel Buren selbst gar nicht zur Radiernadel greifen. Die Resultate dieser bestechend einfachen Idee bietet dem Auge des Betrachters eine erstaunlich vielfältige Landkarte an Spuren der Vergangenheit eines Gebrauchsgegenstands, einem grundlegenden Arbeitsgerät des Bauens. Damit schließt siech auf wunderbare Weise der Kreis zu den architektonischen Raumarbeiten.